Abstract Purpose: To assess the accuracy of endorectal 3 T magnetic resonance imaging (MRI) in detecting extracapsular extension (ECE) and seminal vesicle invasion (SVI) of prostate cancer (PCa). Materials and Methods: 38 consecutive patients with biopsy-proven PCa underwent multiparametric endorectal MRI at 3 T prior to prostatectomy. Two readers (A with nine years of experience and B with four) used established criteria for ECE and SVI to diagnose the extent of local disease in six regions (apical, dorsolateral, basal; left and right each) with the highest chance of ECE. The standard of reference was provided by intraoperative frozen section analysis and prostatectomy specimens. Results: Histopathology revealed ECE in 15 of the 222 regions (10 of 37 patients) and SVI in 8 of 74 potential regions (5 of 37 patients). The sensitivity, specificity, and accuracy in detecting ECE for reader A/B were 93 %/67 %, 92 %/95 % and 92 %/93 % per region and 90 %/80 %, 74 %/82 % and 78 %/81 % per patient, respectively. The corresponding values for the detection of SVI were 80 %/100 %, 96 %/99 % and 95 %/97 %, respectively. Conclusion: Endorectal 3 T MRI is a highly reliable noninvasive technique for the local staging of PCa. Key points: • Endorectal 3 T MRI provided high accuracy for the local staging of prostate cancer. • The sensitivity in detecting extracapsular tumor growth per patient was 80 % or higher. • The specificity in detecting extracapsular extension (pT3 stage) was good. Citation Format: • Otto J, Thörmer G, Seiwerts M et al. Value of Endorectal Magnetic Resonance Imaging at 3T for the Local Staging of Prostate Cancer. Fortschr Röntgenstr 2014; 186: 795 – 802
CT-gestützte transthorakale Lungenpunktionen stellen Routineeingriffe zur histologischen Sicherung pulmonaler Pathologien dar. Die Standardvorgehensweise (SOP) sollte die Biopsieplanung zur Abklärung von Risikofaktoren, die Durchführung unter hämodynamischem und respiratorischen Monitoring sowie Komplikationsmanagement und Nachsorge einschließen.
Ziele: Die diffusionsgewichtete (dw.) Bildgebung ist ein wichtiger Bestandteil der MR-Diagnostik des Prostatakarzinoms (PCa). Bei Verwendung niedriger b-Werte können störende Perfusionseffekte in die ADC-Berechnung eingehen, beim Auslassen niedriger Werte können relevante Diffusionsinformationen fehlen. Es wird untersucht, inwieweit die Wahl der b-Werte den Kontrast zwischen PCa und gesunder Prostata sowie den qualitativen Bildeindruck der ADC-Karten beeinflusst. Methode: 40 konsekutive Patienten mit gesichertem PCa erhielten eine multiparametrische, endorektale MR-Bildgebung bei 3T. Die ADC-Karten wurden retrospektiv auf Basis üblicher (0, 800), vorwiegend (50, 800) bzw. stark dw. (400, 800) sowie aller (0, 50, 400, 800)d-Werte [s/mm^2] berechnet. Anhand aller verfügbaren Informationen (Histologie und MRT) wurden Indexläsion, mittlerer ADC und der ADC-Quotient zur gesunden Prostata bestimmt. Drei Untersucher bestimmten anhand der T2w- und ADC-Bilder die Indexläsion und beurteilten dann den diagnostischen Wert der ADC-Karten von sehr gut (2) über befriedigend (1) bis schlecht (0). Ergebnis: Im Mittel wurden 85% der Indexläsionen richtig erkannt. ADC-Karten auf Basis aller b-Werte wurden am schlechtesten (0,3±0,2), vorwiegend dw. Karten am besten (1,6±0,3) bewertet. Bei Patienten mit einem niedrigen Gleason-Score von 6 (13/40) erhielten lediglich vorwiegend dw. Karten eine akzeptable Bewertung (1,4±0,3), alle anderen waren <0,8. Die Wahl der b-Werte hatte einen signifikanten (p<0,05) Einfluss auf die ADC-Werte (0,80–1,26 ∙10^(-3)mm^2/s), aber nicht auf den Kontrast (MW/Extrema: 0,57/0,55–0,60; p=0,13–0,94). Schlussfolgerung: Obwohl der Kontrast numerisch vergleichbar war, wurde der diagnostische Wert von vorwiegend dw. Karten, die aus nur einem hohen und einem niedrigen b-Wert (≠0) berechnet wurden, am höchsten bewertet; insbesondere für Tumoren mit geringem Risiko. Bei dieser Wahl (50, 800) der b-Werte zeichnete sich das gesunde Prostatagewebe homogener ab als bei der üblichen Wahl (0, 800).
Das Prostatacarcinom (PCA) zeichnet sich durch eine hohe Inzidenz bei verhältnismäßig geringer Mortalität aus. Für das therapeutische Vorgehen muss zwischen Patienten mit hohem bzw. niedrigem Risiko unterschieden werden, da erstere einer sofortigen Intervention bedürfen und letztere einem „watchful waiting“ zugeführt werden können. Mithilfe einer MR-Bildgebung der Prostata kann die diagnostische Genauigkeit für ein PCA deutlich erhöht werden. Im Unterschied zu anderen bildgebenden Verfahren (Ultraschall, Computertomographie) erlaubt die MRT als einzige Methode eine zuverlässige Darstellung der Prostatasubstruktur. Neben einer konventionellen, morphologischen Bildgebung mittels hochaufgelöster T2-gewichteter Sequenzen in drei Ebenen, können zusätzlich funktionelle MR-Techniken (diffusions- und perfusionsgewichtete Bildgebung, MR-Spektroskopie) eingesetzt werden. Letztere erlauben Rückschlüsse auf eine eingeschränkte Diffusion (Zellbarrieren), eine pathologische Kontrastmittel-Dynamik (Neovaskularisation) sowie eine malignomsuspekte Veränderung der Metabolite Cholin (Membranaufbau) und Citrat (gesundes Prostatagewebe). Unter Einsatz einer Endorektalspule ist bei einer Feldstärke von 3 Tesla eine exzellente Bildqualität erreichbar, mit der nachweislich höhere Detektionsraten, eine genauere anatomische Zuordnung sowie ein besseres Staging des PCAs erzielt wurden.
Clinical applications of quantitative computed tomography (qCT) in patients with pulmonary opacifications are hindered by the radiation exposure and by the arduous manual image processing. We hypothesized that extrapolation from only ten thoracic CT sections will provide reliable information on the aeration of the entire lung.
Since its first application in patients with acute lung injury 25 years ago, computed tomography (CT) has significantly influenced the understanding of the pathophysiology, diagnosis and management of acute lung injury and has become an important diagnostic modality for these patients. The aim of this article is to review important disease-specific aspects of CT acquisition and qualitative and quantitative analyses of CT data. Morphological changes seen on CT and associated functional alterations are discussed. Methods used for the quantification of lung aeration are described and their limitations outlined.
Ziele: Bestimmung des Einflusses von CT-Parametern auf die CT-basierte Messung der alveolären Überblähung für normale und geschädigte Lungenzustände. Methode: Sieben anästhesierte und paralysierte Tiere wurden unter kontinuierlich positivem Atemwegsdruck von 25cm H2O mit normalen und experimentell geschädigten Lungen (NaCl-Lavage) an einem 16-Zeilen CT (Philips MX 8000 IDT) untersucht. Die CT-Rohdaten wurden mit zwei CT-Untersuchungsprotokollen (Multislice MS und Low-Dose LD), drei Rekonstruktionsfiltern (FT=weich, mittel und hart) und drei Schichtdicken (SL=7,5, 5,0 und 3,3mm) rekonstruiert. Das überblähte Volumen V_hyper wurde auf segmentierten CT-Schichten der gesamten Lunge über die Summe der Voxel mit CT-Werten unterhalb -900 HU bestimmt. Zur Untersuchung von Unterschieden zwischen beiden Lungenzuständen (LC) wurde ein Wilcoxon-Test durchgeführt; für die LD-Daten erfolgte eine ANOVA mit Messwertwiederholung mit zwei Innergruppen- (FT und SL) und einem Zwischengruppen-Faktor (LC). Die Protokolle wurden an 5-mm-Daten nach Rekonstruktion mit einem Standardfilter verglichen. Ergebnis: Median- (Extrem-Werte) für V_hyper waren 8,4 (4,1–81,6)ml (MS) bzw. 15,5 (4,3–82,8)ml (LD) für normale und 2,3 (0,1–5,2)ml (MS) bzw. 4,4 (0,2–24,8)ml (LD) für geschädigte Lungen. Bei beiden Protokollen war V_hyper für normale Lungen signifikant größer (p<0,05) als für geschädigte. Signifikante Innergruppeneffekte wurden für die Faktoren FT (p<0,001) und SL (p<0,001) als auch für die Wechselwirkungsterme FT x LC (p<0,05) und SL x LC (p<0,01) beobachtet. Schlussfolgerung: Bei Untersuchungen an den gleichen Tieren hatten Schichtdicke und Rekonstruktionsfilter sowohl für normale als auch für geschädigte Lungenzustände einen signifikanten Einfluss auf V_hyper. Daher halten wir eine genaue Angabe der verwendeten CT-Aufnahme- und Bildrekonstruktionsparameter bei der Erfassung überblähter Lungenareale für unabdingbar. Dies gilt insbesondere bei der Beurteilung spezieller Beatmungsstrategien für Patienten mit geschädigter Lunge.
Hydrogen sulfide is produced endogenously by a variety of enzymes involved in cysteine metabolism.Clinical data indicate that endogenous levels of hydrogen sulfide are diminished in various forms of cardiovascular diseases.The aim of the current study was to investigate the effects of hydrogen sulfide supplementation on cardiac function during reperfusion in a clinically relevant experimental model of cardiopulmonary bypass.Twelve anesthetized dogs underwent hypothermic cardiopulmonary bypass.After 60 minutes of hypothermic cardiac arrest, reperfusion was started after application of either saline vehicle (control, n = 6), or the sodium sulfide infusion (1 mg/kg/hour, n = 6).Biventricular hemodynamic variables were measured by combined pressure-volume-conductance catheters.Coronary and pulmonary blood flow, vasodilator responses to acetylcholine and sodiumnitroprusside and pulmonary function were also determined.Administration of sodium sulfide led to a significantly better recovery of left and right ventricular systolic function (P < 0.05) after 60 minutes of reperfusion.Coronary blood flow was also significantly higher in the sodium sulfide-treated group (P < 0.05).Sodium sulfide treatment improved coronary blood flow, and preserved the acetylcholine-induced increases in coronary and pulmonary blood (P < 0.05).Myocardial ATP levels were markedly improved in the sulfide-treated group.Thus, supplementation of sulfide improves the recovery of myocardial and endothelial function and energetic status after hypothermic cardiac arrest during cardiopulmonary bypass.These beneficial effects occurred without any detectable adverse hemodynamic or cardiovascular effects of sulfide at the dose used in the current study.
Akute Zwerchfellrupturen (ZFR) finden sich in bis zu 8% nach stumpfen thoracoabdominellen Traumata mit einer klinischen Häufigkeitsverteilung von links zu rechts von 3:1. Der Rupturverlauf ist überwiegend radial im posterolateralen Bereich, dem Übergang des lumbalen in den costalen Anteil. Dem Verletzungmechanismus liegen Scheerkäfte bei lateraler Krafteinwirkung mit Thoraxverformung und erhöhter intraabdomineller Druck bei frontaler Krafteinwirkung zu grunde. ZFR werden initial bei fehlender oder unspezifischer Klinik in 12% bis zu 60% nicht diagnostiziert. Komplikationen wie Viscerlhernien mit Inkarzeration und einer Mortalität bis zu 60% können Monate bis Jahre nach der initialen Verletzung auftreten. Klinische Symptome sind überwiegend unspezifisch wie abgeschwächtes Atemgeräusch, Dyspnoe, Thoraxschmerzen, Abdominalschmerzen und Erbrechen. Selten finden sich Darmgeräusche in der Thoraxauskultation. Als Modalitäten stehen Thorax-Röntgen (CR), Ultraschall (US), Durchleuchtung (DL), Comptutertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) zur Verfügung. In der Akutdiagnostik thoracoabdomineller Traumata finden CR, US und CT Anwendung, wobei der US zur Diagnostik von ZFR bedingt geeignet ist. Die CR zeigt eine Sensitivität bis 60% bei linksseitigen ZFR, ist jedoch in der Differentaldiagnose bei meist unspezifischen Zeichen schwierig. Die CT und speziell MSCT hat eine Sensitivität von über 90%. Zu den direkten Rupturzeichen findet sich eine Vielzahl von indirekten Zeichen wie das „Kragen-Zeichen“ oder die „herabhängede Viscera“ neben häufigen Begleitverletzungen. MRP und „Volume Viewing“ haben in der Befundung eine wichtige Funktion. Eine Vielzahl von thorakoabdominellen Befunden oder mechanische Beatmung kann jedoch auch von einer ZFR ablenken oder diese maskieren.
Ziele: Zur Untersuchung der Bedeutung nicht-belüfteter Lungenbereiche für die Prognostik eines akuten nicht-obstruktiven Lungenversagens bei polytraumatisierten Patienten soll ein valides Tool zur densitometrischen Analyse von Lungen-CT-Aufnahmen erstellt werden. Methode: Die graphische Benutzeroberfläche der Applikation gliedert sich in (1) das Hauptfenster mit dem aktuellen CT-Bild, (2) das Histogramm-Fenster, (3) den Tabellenbereich mit den adaptiv berechneten Lungenvolumina, sowie (4) entsprechenden Informationsfeldern und Bedienelementen. Die plattformunabhängige Software wurde unter IDL erstellt (RSI, Boulder, CO). Aufgrund eines 1998 etablierten Standards zur CT-Untersuchung polytraumatisierter Patienten verfügt unsere Klinik über entsprechend umfangreiche Ausgangsdaten. Ergebnis: Die passenden Einzelschichten eines DICOM-Volumendatensatzes werden automatisch identifiziert. Nach Segmentierung der Lungenbereiche können diese flexibel bearbeitet und differenziert ausgewertet werden. Nach interaktiver Anwahl einer "region of interest" wird gleichzeitig das dazugehörige Histogramm als Funktion der CT-Zahl in Hounsfield Units (HU) angezeigt. Umgekehrt werden nach Markierung eines HU-Bereichs im Histogramm – beliebig oder einem speziellen Belüftungsgrad entsprechend – automatisch die dazu beitragenden Pixel im Bild markiert. Schlussfolgerung: Das Tool stellt eine integrierte Lösung zur flexiblen Auswertung von Mehrschicht-CT-Datensätzen von Patienten mit akuter Lungenverletzung dar. Das Volumen des initial nicht-belüfteten Lungengewebes scheint hierbei ein wichtiger Indikator für mögliche Komplikationen bei speziellen Beatmungsstrategien zu sein. Eine zuverlässige semi-automatische Segmentierung der Lungengrenzen ist Voraussetzung für eine potentielle und praktikable klinische Nutzung.
Ziele: Evaluation der intra- und interindividuellen Genauigkeit eines neuartigen Verfahrens zur dreidimensionalen Analyse der glenohumeralen Translation. Methode: Zur Auswertung kamen MRT-Aufnahmen der Schulter (3D FSPGR, 28 Schichten, SD 3mm) in Neutral- (NP) und Apprehension-Position (AP, 90° Abduktion, 90° Außenrotation), die in einem offenen 0.5 T Scanner (Signa SP/i, GE Healthcare) durchgeführt wurden. Die semi-automatische Analyse erfolgte an 3D-Modellen der Schultergelenkanteile. Die methodische Genauigkeit wurde durch drei unabhängige Auswerter an 10 Probanden abgeschätzt. Die Translation des Humeruskopfes zwischen NP und AP wurde über die 2D-Koordinaten (ap,si) des Projektionspunkts auf der Gelenkpfannen-Ebene bestimmt. Ergebnis: Der Humerusradius konnte mit einer mittleren Genauigkeit von 0,6 bzw. 0,8mm (intra- bzw. interindividuell) bestimmt werden. Die durchschnittliche interindividuelle Variation bei der Projektionsbestimmung lag bei 1.3mm zwischen zwei und bei 0.90±0,14mm (µ±SD) zwischen drei Auswertern, nahezu unabhängig von Schulterposition und Projektionsachse. In jeweils rund 2/3 aller Messungen projizierte sich der Humerusmittelpunkt anterosuperior in NP und posteroinferior in AP. Zwischen NP und AP konnte ein signifikanter Unterschied in der mittleren Projektionsposition nachgewiesen werden: Δap=2.94mm (p<0,05), Δsi=2.33mm (p<0,05). Schlussfolgerung: Mithilfe des neuartigen Verfahrens steht ein valides Werkzeug zur quantitativen Analyse der glenohumeralen Translation zur Verfügung. Die interindividuelle Variation in der Projektionskoordinate ist mit rund 1.0mm für klinische Anwendungen ausreichend. An 10 Probanden konnte ein signifikanter Unterschied zwischen den Projektionen in AP und NP festgestellt werden. Das Verfahren besitzt einen potenziellen Nutzen in der zusätzlichen, objektiven Beurteilung operativer und rehabilitativer Maßnahmen und soll perspektivisch an Patienten mit Schulterinstabilität evaluiert werden.
Inhalation injury is an important contributor to morbidity and mortality in burn victims and can trigger acute lung injury and acute respiratory distress syndrome (ARDS) (1-3). Early diagnosis and treatment of inhalation injury are important, but a major problem in planning treatment and evaluating the prognosis has been the lack of consensus about diagnostic criteria (4). Chest radiographs on admission are often non-specific (5, 6), but indicators include indoor fires, facial burns, bronchoscopic findings of soot in the airways, and detection of carbon monoxide or cyanide in the blood (7). Changes in the lungs may be detected by bronchoscopy with biopsy, xenon imaging, or measurement of pulmonary extracellular fluid (4, 5, 8). These methods have, however, been associated with low sensitivity and specificity, as exemplified by the 50% predictive value in the study of Masanes et al. (8). Computed tomographs (CTs) are better than normal chest radiographs in the detection of other pulmonary lesions such as pulmonary contusion (9, 10). The importance of CT scans in patients with ARDS has been reviewed recently (9), but unfortunately there has been no experience of CT in patients with smoke inhalation injury. To our knowledge, there are only two animal studies reporting that smoke inhalation injury can be detected by CT (4, 11); specific changes in human CT scans have not yet been described. Therefore, confronted with a patient with severe respiratory failure after a burn who from the history and physical examination showed the classic risk factors for inhalation injury, we decided to request a CT.
In der Versorgung supra- und interkondylärer (C-)Frakturen des distalen Femurs setzen sich neben den konventionellen Stabilisierungsverfahren (Winkelplatte, dynamische Kondylenschraube) zunehmend neuere Entwicklungen mit reduziertem Operationstrauma durch. Retrograde Marknageltechniken bieten hierbei Vorteile hinsichtlich der Belastungsachse, der verminderten Knochenqualität der distalen Femurmetaphyse und der periostalen Blutversorgung. Eine Erweiterung des Indikationsspektrums mit Erhöhung der Stabilität soll durch die Entwicklung eines retrograden Femurmarknagels mit distaler diagonaler Kreuzverriegelung erreicht werden. Zur Optimierung des Implantates und Qualitätssicherung wurden anatomische Voruntersuchungen, Leichenimplantationen und 3D-CT-Simulationen durchgeführt.
Objective Investigation of oxygenation and lung aeration during mechanical ventilation according to the open lung concept in patients with acute lung injury or acute respiratory distress syndrome. Design Retrospective analysis. Setting Surgical intensive care unit of a university hospital. Patients We retrospectively identified 17 patients with acute lung injury/acute respiratory distress syndrome due to pulmonary contusion who had thoracic helical computed tomography scans before and after ventilation with the open lung concept. Interventions Baseline ventilation consisted of low tidal volumes (≤6 mL/kg) and positive end-expiratory pressure (PEEP; 5–17 cm H2O). We briefly applied high inspiratory pressures for opening up collapsed alveoli. External PEEP and intrinsic PEEP were combined to keep recruited lung units open. We generated intrinsic PEEP by pressure-cycled high-frequency inverse ratio ventilation (80 min−1, inspiratory/expiratory ratio 2:1) and maintained our ventilatory strategy for 24 hrs. Then, after reducing total PEEP by decreasing respiratory rate, Pao2/Fio2 ratio was reevaluated. If it remained >300 mm Hg, weaning was started. If not, previous ventilator settings were resumed for another 24 hrs after recruiting the lungs once again. Measurements and Main Results Physiologic variables and ventilator settings were obtained from routine charts. Data from computed tomography before and after the open lung concept were analyzed for volumetric quantification of lung aeration and collapse. All results are presented as median and range. During baseline ventilation, PEEP was 10 (range, 5–17) cm H2O and after recruitment 21 (range, 18–26) cm H2O. Opening pressures were 65 (range, 50–80) cm H2O. After recruitment, Pao2/Fio2 ratio was higher in all patients. Total lung volume increased from 2915 (range, 1952–4941) to 4247 (range, 2285–6355) mL and normally aerated volume from 1742 (range, 774–2941) to 2971 (range, 1270–5232) mL. Atelectasis decreased significantly from 604 (range, 147–1538) to 106 (range, 0–736) mL. Hyperinflation increased significantly from 5 (range, 0–188) to 62 (range, 1–424) mL, whereas poor aeration did not change substantially from 649 (range, 302–1292) to 757 (range, 350–1613) mL. No hemodynamic problems occurred. Conclusions Lung recruitment increased arterial oxygenation, normally aerated lung volume, and total lung volume while decreasing the amount of collapsed tissue. These results indicate that the open lung concept is a reasonable mode of ventilation for patients with severe chest trauma.
Ziele: Beurteilung eines neuen morphometrischen Analyseverfahrens am Beispiel der geometrischen Optimierung eines retrograden Femurmarknagels mit distaler Diagonalverriegelung. Methode: Anatomische Voruntersuchung (2D): Vermessung von 30 Leichenfemurpaaren (a) auf Radiographien in ap- und lateraler Projektion samt Überlagerung von Implantatschablonen und (b) auf Fotographien aus drei verschiedenen Ansichten. 3D-Modell-Analyse: Erstellung anatomischer Referenzmodelle aus 30 CT-Scans (Somatom Plus 4 Volume Zoom, Siemens) der Femora und Zusammenführung mit dem Konstruktionsmodell des Implantats innerhalb einer handelsüblichen Modellierungsumgebung (3dsmax, Autodesk). Anschließend lassen sich die Objekte gezielt manipulieren und sowohl interaktiv als auch objektbasiert – mittels eigenentwickelter Auswertemodule – in 3D vermessen. Ergebnis: Die geometrischen Abmessungen des Femurmarknagels – v.a. Krümmungsradius in der Sagittalebene, Bolzenwinkel und -abstände der Diagonalverriegelung – wurden zunächst anhand anatomischer Voruntersuchungen definiert. Nach Überprüfung der biomechanischen Stabilität wurde die Passgenauigkeit dieses Prototyps durch Probeimplantationen an einer Leiche untersucht. Die hierbei beobachtete Variabilität in der Lage relativ zu den Kondylen war nicht tolerabel. Daher wurde in einem erweiterten Schritt eine 3D-Modell-Analyse durchgeführt und die Nagelparameter mit Hilfe einer iterativen Anpassung des Nagelmodells an die CT-Femurmodelle optimiert. Schlussfolgerung: Die Auswertung herkömmlicher Projektionsaufnahmen erlaubte – bedingt durch Überlagerungseffekte und perspektivische Verzerrungen – keine hinreichend genaue Implantatdefinition. Erst eine Computersimulation auf der Basis massgetreuer 3D-Objektmodelle wurde der Komplexität der geometrischen Verhältnisse von Verriegelung und Femurkondylen gerecht. Nach klinischer Validierung böte sich das vorgestellte Verfahren auch für eine präzise individuelle operative Implantationsplanung am 3D-Modell an.
Ziele: Bei polytraumatisierten Patienten mit Thoraxtrauma ist das Lungenversagen die häufigste Todesursache innerhalb des 2. bis 7. Tages. Die Beatmung mit dem Open Lung Concept (OLC) stellt eine therapeutische Option zur Behandlung der posttraumatischen Oxygenierungsstörung dar. Ziel der Studie war es, Veränderungen bildmorphologischer und funktioneller Parameter unter mechanischer Ventilation mit dem OLC zu korrelieren. Methode: Die retrospektive Analyse umfasste 20 Patienten mit ARDS als Folge schwerer Lungenkontusionen, welche vor und nach dem OLC Thorax CT-Untersuchungen mit identischen Scan-Parametern erhalten hatten. Die Volumetrie der unterschiedlich belüfteten Lungenareale erfolgte nach der von Gattinoni publizierten Einteilung in nicht belüftete, schlecht belüftete, normal belüftete und überblähte Lungenabschnitte an einer Virtuoso 3D Workstation (Siemens, Erlangen). In die Suche nach Korrelationen wurden sowohl intensivmedizinische Scores (ISS, APACHE II, SOFA) als auch physiologische Parameter und Beatmungsparameter einbezogen (PEEP, Compliance, PaO2/FiO2). Ergebnis: Die Patienten wiesen eine hohe Verletzungs- und Erkrankungsschwere auf und erfüllten die ARDS Kriterien. Nach OLC-Beatmung mit alveolärer Rekrutierung und PEEP-Titration konnte die Oxygenierung signifikant verbessert werden. Morphologisch konnte der Anteil der atelektatischen Lungenbereiche signifikant gesenkt und der Anteil der normal belüfteten Areale signifikant gesteigert werden. Schlussfolgerung: Durch die volumetrische Analyse der lokalen Belüftungszustände der gesamten Lunge wurde eine Identifikation der regional unterschiedlichen Auswirkungen des OLC auf die Lungenbelüftung und damit die morphologische Korrelation zu klinischen registrierten Phänomenen wie Verbesserung der Oxygenierung und Atemmechanik möglich.