Appropriate glycemic control is paramount for people with type 1 diabetes (PwT1D) by the effective delivery of exogenous insulin. However, glycemic variability and the risk of severe hypoglycemia must be reliably controlled. COMET-T is a prospective, multicenter, observational study conducted in Germany, Austria, and Switzerland during 2021–2022 to assess the effectiveness and safety of insulin glargine 300 U/ml (Gla-300) after switching from other basal insulins. Out of 135 PwT1D, data of 94 patients were analyzed. The primary endpoint was the change in time in range (TIR) approximately 12 and 24 weeks after switching to Gla-300. Secondary endpoints were: change in HbA1c, fasting plasma glucose (FPG), coefficient of variation (CV
Zusammenfassung Zahlreiche Studien haben den klinischen Nutzen der kontinuierlichen Glukosemessung (CGM) bei Menschen mit Typ-1-Diabetes belegt, was auch zu einer positiven Empfehlung des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) für CGM-Systeme bei Menschen mit Diabetes und intensivierter Insulintherapie (ICT/Insulinpumpentherapie) geführt hat. Inzwischen liegen die Ergebnisse zahlreicher randomisierter, beobachtender und retrospektiver Studien zum Einsatz von CGM bei Menschen mit Typ-2-Diabetes und einer nicht intensivierten Insulintherapie (BOT/SIT/CT) oder einer Therapie ohne Insulin vor. In diesem Artikel wird die aktuelle Evidenz zum Einsatz von CGM bei diesen Patientengruppen zusammengefasst und diskutiert. Die Ergebnisse dieser Studien deuten darauf hin, dass CGM auch bei Menschen ohne intensivierte Insulintherapie wirksam ist, um die glykämische Kontrolle zu verbessern und mögliche Nebenwirkungen der Insulintherapie (Hypoglykämien) zu vermeiden.
Notice of update The DDG clinical practice guidelines are updated regularly during the second half of the calendar year. Please note that due to the overlap of the deadlines for the printing version of this clinical practice guideline and the publication of the 5th edition of the S3 guideline on the treatment of type 1 diabetes in September 2023, the present clinical practice guideline still refers to the version from 2018. The current long version of the S3 guideline (09/2023) can be found at: https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/057–013 and on the DDG homepage.
Der Blick auf frühere Empfehlungen zur Ernährung bei Typ-1-Diabetes zeigt Phasen mit sehr strengen Vorgaben mit niedriger täglicher Kohlenhydrat- und Kalorienaufnahme. Nach Beginn der Insulinära kam es durch die modernen Insuline und aufgrund der Erkenntnisse aus dem Diabetes Control and Complications Trial (DCCT) sowie Verbesserungen in der Diabetestechnologie zu einer immer stärkeren Lockerung der Ernährungsempfehlungen, deren Schwerpunkt nun auf dem Abschätzen der eingenommenen Kohlenhydratmenge liegt. Eine der Folgen dieser Entwicklung ist, dass immer mehr Menschen mit Typ-1-Diabetes übergewichtig oder sogar adipös sind. Dieses höhere Körpergewicht stellt einen zusätzlichen kardiovaskulären Risikofaktor dar, und andere Risikofaktoren, wie Bluthochdruck und Hyperlipidämie, verschlechtern sich nach und nach. Es gibt nahezu keine spezifischen Ernährungsempfehlungen ausschließlich für Menschen mit Typ-1-Diabetes. Im vorliegenden Beitrag wird ein Überblick über die derzeitige Evidenz gegeben. Die Empfehlungen für eine gesunde Ernährung, wie sie für die Allgemeinbevölkerung gelten, sollten für Menschen mit Typ-1-Diabetes besonders betont werden: pflanzenbasierte Ernährung, mediterrane Diät, Vollkornprodukte, Nüsse und geringer Anteil an Fleisch und Süßigkeiten.
ZUSAMMENFASSUNGIn der vorliegenden Auswertung aus dem DPV-Register wird der Einsatz von unterschiedlichen Antidiabetika zwischen den Jahren 2005 bis 2021 ausgewertet und analysiert. Es konnten Daten von insgesamt 405 790 Menschen mit Diabetes ausgewertet werden (2 464 078 Beobachtungsjahre). Die Population (53,4 % männlich) war im Median 70,91 Jahre alt bei einer medianen Diabetesdauer von ca. 9 Jahren. Im Laufe des Auswertungszeitraumes nahm der Anteil der über 80-Jährigen kontinuierlich zu.Seitens der Therapie nahm der Anteil der lediglich mit Insulin behandelten Patienten ebenso ab wie der Anteil der lediglich mit Lebensstil behandelten Patienten. Metformin wurde tendenziell zunehmend häufiger eingesetzt. Für Sulfonlyharnstoffe zeigte sich eine komplette gegensätzliche Entwicklung gegenüber den DPP-IV-Inhibitoren mit einer Zunahme dieser seit 2007 etablierten Substanzgruppe. Seit ungefähr 2015 zeigen sich deutlich zunehmende Verordnungshäufigkeiten für SGLT-2-Inhibitoren sowie GLP-1-Rezeptoragonisten bei gleichzeitig zu erkennendem allmählichem Rückgang der DPP-IV-Inhibitorverordnungen.Während der Anteil der Metformin-Verordnungen im Beobachtungszeitraum in allen Altersgruppen kontinuierlich und weitgehend parallel anstieg, sind für SGLT-2-Inhibitoren und GLP-1-Rezeptoragonisten anfänglich bei der Gruppe der unter 60-jährigen und erst zeitversetzt auch der älteren Patienten eingesetzt worden. Seitens der Geschlechterunterschiede in den Verordnungen gibt es für GLP-1-Rezeptoragonisten quasi keine Unterschiede, bei Metformin gibt es ein ganz leichtes Überwiegen der männlichen Patienten, welches bei SGLT-2-Inhibitoren deutlicher wird.Die mittlere glykämische Kontrolle ausgedrückt durch den HbA1c-Wert liegt in der gesamten Kohorte im Median bei 7,11 % (54,2 mmol/Mol) mit einem weitgehend unveränderten Verlauf über den Beobachtungszeitraum und einer klaren Differenzierung dahingehend, dass jüngere Patienten den höchsten medianen HbA1c aufweisen und die älteste Kohorte den niedrigsten.Die Daten werden im Kontext sich ändernder Leitlinien und Empfehlungen diskutiert und analysiert.
Zusammenfassung In der vorliegenden Auswertung aus dem DPV-Register wird der Einsatz von unterschiedlichen Antidiabetika zwischen den Jahren 2005 bis 2021 ausgewertet und analysiert. Es konnten Daten von insgesamt 405790 Menschen mit Diabetes ausgewertet werden (2464078 Beobachtungsjahre). Die Population (53,4 % männlich) war im Median 70,91 Jahre alt bei einer medianen Diabetesdauer von ca. 9 Jahren. Im Laufe des Auswertungszeitraumes nahm der Anteil der über 80-jährigen kontinuierlich zu. Seitens der Therapie nahm der Anteil der lediglich mit Insulin behandelten Patienten ebenso ab wie der Anteil der lediglich mit Lebensstil behandelten Patienten. Metformin wurde tendenziell zunehmend häufiger eingesetzt. Für Sulfonlyharnstoffe zeigte sich eine komplette gegensätzliche Entwicklung gegenüber den DPP-IV-Inhibitoren mit einer Zunahme dieser seit 2007 etablierten Substanzgruppe. Seit ungefähr 2015 zeigen sich deutlich zunehmende Verordnungshäufigkeiten für SGLT-2-Inhibitoren sowie GLP-1-Rezeptoragonisten bei gleichzeitig zu erkennendem allmählichem Rückgang der DPP-IV-Inhibitorverordnungen. Während der Anteil der Metformin-Verordnungen im Beobachtungszeitraum in allen Altersgruppen kontinuierlich und weitgehend parallel anstieg, sind für SGLT-2-Inhibitoren und GLP-1-Rezeptoragonisten anfänglich bei der Gruppe der unter 60-jährigen und erst zeitversetzt auch der älteren Patienten eingesetzt worden. Seitens der Geschlechterunterschiede in den Verordnungen gibt es für GLP-1-Rezeptoragonisten quasi keine Unterschiede, bei Metformin gibt es ein ganz leichtes Überwiegen der männlichen Patienten, welches bei SGLT-2-Inhibitoren deutlicher wird. Die mittlere glykämische Kontrolle ausgedrückt durch den HbA1c-Wert liegt in der gesamten Kohorte im Median bei 7,11 % (54,2 mmol/Mol) mit einem weitgehend unveränderten Verlauf über den Beobachtungszeitraum und einer klaren Differenzierung dahingehend, dass jüngere Patienten den höchsten medianen HbA1c aufweisen und die älteste Kohorte den niedrigsten. Die Daten werden im Kontext sich ändernder Leitlinien und Empfehlungen diskutiert und analysiert.
Blutdruckmessung, Bestimmung der Blutlipide zur Früherkennung von Fettstoff-wechselstörungen. Expertenkonsens (starker Konsens)
Eine hohe Zeit im Zielbereich (TIR; 70 – 180 mg/dl) ist für T1D-Patienten von entscheidender Bedeutung. Dieser stehen jedoch Glukosevariabilität und das Risiko schwerer Hypoglykämien gegenüber. In COMET-T wurden Wirksamkeit und Sicherheit der Umstellung anderer BI auf Gla-300 innerhalb einer Basal-Bolus-Therapie (BBT) im klinischen Alltag bei CGM-überwachten T1D-Erwachsenen ausgewertet. Primärziel war die Veränderung der TIR 12 Wochen (W12) und 24 Wochen (W24) nach Behandlungsbeginn mit Gla-300. Sekundärziele: Änderungen beim HbA1c, Nüchternblutzucker (NBZ), Variationskoeffizient der Blutglukose (VK%), Körpergewicht (KG) und BI-Dosis. Insgesamt wurden 94 Teilnehmer (Alter: 48,6±16,5 Jahre, männlich: 39,4%, T1D-Dauer: 18,2±15,5 Jahre) analysiert. Die TIR unterschied sich bei W12 oder W24 nicht wesentlich vom Ausgangswert (BL). Im Zeitverlauf zeigte sich ein Trend zu einem Anstieg der TIR (BL: 54,3±18,4% vs. W24: 58,8±19,9%, p=0,078) und einem verringerten VK% (BL: 36,1±12,4% vs. W24: 32,8±9,6%, p=0,056). Die Umstellung auf Gla-300 was assoziiert mit einer signifikanten Senkung des HbA1c-Wertes (BL: 8,1±0,6% vs. W24: 7,7±0,9%; p<0,001) und einer Erhöhung der Bolusinsulindosis (BL: 26,5±16,3 E/Tag vs. W24: 27,9±16,6 E/Tag; p=0,042), ohne signifikante Änderung des NBZ, des KG oder der BI-Dosis. Zusammenfassend führte die Umstellung des BI auf Gla-300 innerhalb einer BBT bei sub-optimal eingestellten T1D-Patienten im klinischen Alltag zu einer signifikanten Senkung des HbA1c-Wertes mit einem Trend zu einer TIR-Erhöhung, einer VK%-Senkung ohne Änderung der BI-Dosis. Unterstützt von Sanofi-Aventis Deutschland GmbH.
Diese Leitlinie richtet sich an alle Berufsgruppen, die Menschen mit Typ-1-Diabetes betreuen, dies sind vor allem niedergelassene Diabetologen, Allgemeinärzte und Internisten, im Krankenhaus tätige Ärzte (Diabetesspezialisten, Anästhesisten, Chirurgen, Radiologen), Pflegende (im OP-Bereich, auf den Stationen oder im Bereich der Diagnostik) sowie ambulant oder stationär tätige DiabetesberaterInnen. Darüber hinaus richtet sich die Leitlinie an alle Menschen mit Typ-1-Diabetes sowie an übergeordnete Institutionen, wie Krankenkassen oder medizinische Dienste.
Diese Leitlinie richtet sich an alle Menschen mit Typ-1-Diabetes sowie alle Berufsgruppen, die Menschen mit Typ-1-Diabetes betreuen, vor allem:
BACKGROUND:The aim of the current study was to determine whether the time to insulin therapy initiation in patients with type 2 diabetes in primary care in Germany has changed in recent years.METHODS:Longitudinal data from general practices in Germany (Disease Analyzer) were analyzed. These data included information of 7128 patients (age: 68.5 [SD: 11.5] years; 54.4% male) receiving incident insulin therapy in 2010/2011 and 8216 patients (age: 69.1 [SD: 11.9] years; 54.9% male) receiving incident insulin therapy in 2016/2017. Changes in time to insulin initiation in the practices and the last HbA1c value before the start of insulin therapy were analyzed, stratified by index date. To analyze the impact of covariables on the time to insulin initiation, a multivariate regression analysis was performed, adjusted for age, sex, diabetologist care, and HbA1c as independent variables.RESULTS:Median time from T2D diagnosis to insulin therapy in the Disease Analyzer database increased from 1717 days in 2010/2011 to 1917 days in 2016/2017 (P < .001). The proportion of patients with a HbA1c value ≥9% before insulin initiation was high in both groups (2010/2011: 33.0%, 2016/2017: 34.2%, P = .347). The time to insulin initiation in DPP-4i patients was 112 days longer, and in SGLT2 patients 346 days longer than in patients treated with sulfonylurea.CONCLUSIONS:The present analysis confirms an increasing delay of the insulin therapy initiation as a consequence of the more frequent use of newer oral antidiabetics. However, the rather moderate increase of time to insulin might display insufficient long-term glycemic control using these agents. Still, more than one-third of patients receive insulin only when HbA1c levels exceed 9%.
Diabetes prevalence is over 30 % in the age group 80 years and older. In diagnostic and treatment of older people with type-1 and type-2 diabetes, age-specific features such as functional and cognitive deficits as well as comorbidities and aspects of polypharmacy must be taken into account. The S2k-guideline of the German Diabetes Association was developed together with six other medical societies (German Cardiac Society, German College of General Practitioners and Family Physicians, German Society for Geriatrics, German Society for Nutritional Medicine, German Society for Nursing Science, German Association for Palliative Medicine) and Patient Representation [DBW]): Main therapeutic goals in elderly diabetes patients are maintenance of quality of life and strict avoidance of acute complications (e.g. severe hypoglycemia). HbA1c goals consider both patients' preference and abilities. Age-specific features of diabetes medications must be taken into account, especially in the context of multimorbidity. The guideline describes in detail nursing aspects, interface management, pain therapy as well as frequent comorbidities in diabetes such as hypertension, frailty, sarcopenia, dementia, depression, end-of-life situations.
ZusammenfassungDie Diabetesprävalenz liegt in der Altersgruppe ab 80 Jahren bei über 30 %. Bei der Diagnostik und Therapie älterer Menschen mit Typ-1- und Typ-2 Diabetes müssen altersspezifische Besonderheiten wie funktionelle und kognitive Einschränkungen sowie Komorbiditäten und Aspekte der Polypharmazie in besonderem Maße berücksichtigt werden. Die S2k-Leitlinie der Deutschen Diabetes Gesellschaft wurde mit 6 weiteren Fachgesellschaften (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie, Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin, Deutsche Gesellschaft für Geriatrie, Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin, Deutsche Gesellschaft für Pflegewissenschaft, Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin) und der Patientenvertretung (DBW) erarbeitet. Therapieziele wie Erhalt der Lebensqualität und strikte Vermeidung von Akutkomplikationen wie schwere Hypoglykämien treten in den Vordergrund. HbA1c-Ziele sollten gemeinsam mit den Patienten in Abhängigkeit der individuellen Wünsche und Fähigkeiten festgelegt werden. Altersspezifische Besonderheiten einzelner Medikamente müssen insbesondere im Kontext der Multimorbidität beachtet werden. In der Leitlinie werden pflegerische Aspekte, Schnittstellenmanagement, Schmerztherapie sowie häufige Komorbiditäten bei Diabetes wie Hypertonie, Frailty, Sarkopenie, Demenz, Depression, End-of-Life Situationen ausführlich dargestellt.