Die subkutane (s. c.) Medikamentenapplikation ist in der Palliativmedizin relativ weit verbreitet, um Patienten, die aus verschiedenen Gründen nur noch teilweise oder gar nicht mehr oral mit dringend benötigten Arzneimitteln versorgt werden können, eine gute medikamentöse Behandlung bei gleichzeitig geringer Beeinträchtigung ihres alltäglichen Lebens zu ermöglichen [1, 2]. Die s. c. Applikation von Arzneimitteln ist eine parenterale Applikationsalternative, insbesondere bei Patienten, die keinen Port haben, zur Versorgung zu Hause, in einem Pflegeheim oder einem Hospiz [3, 4].
Bisher fehlen Daten, die den Nutzen einer pharmazeutischen Mitarbeit in einer deutschen Palliativstation unter qualitativen und ökonomischen Gesichtspunkten evaluieren. Die Integration eines Apothekers in ein stationäres, palliativmedizinisches Behandlungsteam im Hinblick auf die Anzahl und Art pharmazeutischer Interventionen (PI) und das Kosten-Nutzen-Verhältnis soll untersucht werden. In einem einjährigen Projektzeitraum sollten die Anzahl, die Gründe, die beteiligten Arzneimittel sowie die Akzeptanz aller durchgeführten PI prospektiv erfasst und ausgewertet werden. Zur Evaluation des Kosten-Nutzen-Verhältnisses sollten alle im Projektzeitraum erzielten Einsparungen bei der Arzneimittelversorgung dokumentiert und den Personalkosten des Stationsapothekers gegenübergestellt werden. Insgesamt wurden 245 PI durchgeführt. Am häufigsten wurde zur Auswahl bzw. zur Dosierung von Arzneimitteln auf Anfrage der behandelnden Ärzte beraten. Die Umsetzungsrate lag bei 93 %. Die kalkulierten Personaldurchschnittskosten konnten durch die erzielten Einsparungen bei der Arzneimittelbeschaffung zu 83 % gedeckt werden. Die Ergebnisse liefern konkrete Hinweise, dass ein Stationsapotheker im interprofessionellen Team einer Palliativstation die Therapie belastender Symptome optimieren kann mit einem vorteilhaften Kosten-Nutzen-Verhältnis. Eine dauerhafte Integration eines Stationsapothekers ist daher als sinnvoll und empfehlenswert anzusehen.
Onkologe 2017 · 23:555–565 DOI 10.1007/s00761-017-0251-5 Online publiziert: 16. Juni 2017 © Springer Medizin Verlag GmbH 2017 Marén Viehrig · Barbara Schlisio · Michael Thomas · Jan Gärtner · Carolin Wolf · Jörg Hense 1 Klinik für Radioonkologie, Palliativmedizin, Comprehensive Cancer Center Tübingen, Universitätsklinikum Tübingen, Erhard Karls Universität Tübingen, Tübingen, Deutschland 2 Schmerzambulanz Comprehensive Cancer Center Tübingen, Universitätsklinikum Tübingen, Erhard Karls Universität Tübingen, Tübingen, Deutschland 3 Palliativmedizinische Abteilungder Thoraxklinik am Universitätsklinikum, Comprehensive Cancer Center Heidelberg, Nationales Centrum für Tumorerkrankungen, UniversitätsklinikumHeidelberg, Heidelberg, Deutschland 4 PalliativzentrumHildegard, Basel, Schweiz 5 Klinik für Palliativmedizin, Comprehensive Cancer Center Freiburg, Universitätsklinikum Freiburg, Freiburg, Deutschland 6 Apotheke, Comprehensive Cancer Center CCC Erlangen-EMN, Universitätsklinikum Erlangen, FriedrichAlexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen, Deutschland Westdeutsches Tumorzentrum, Innere Klinik (Tumorforschung), Comprehensive Cancer Center Essen, Universitätsklinikum Essen, Universität Duisburg-Essen, Essen, Deutschland
Objectives The aim of the study was to determine the best database regarding accuracy, comprehensiveness and user-friendliness out of eight German and International databases.Methods Accuracy, comprehensiveness and ease of use of ABDA-database (ABDA), MediQ, Pharmavista, MMI Pharmindex, AiDKlinik (AIK), Lexi-Interact (LI), Epocrates and drugs.com were evaluated using 50 clinically relevant and 50 non-relevant drug interaction pairs. Accuracy was determined investigating sensitivity, specificity and positive and negative predictive values. Comprehensiveness was rated according to monograph components. Ease of use was evaluated by the time needed to assess the management of 10 clinically relevant interactions. The main outcome measure was the Total Score (TS) (max. 312.5 points) obtained by adding the specifically weighted points for accuracy, comprehensiveness and ease of use.Results LI ranked first in TS (243/312.5 points), followed by AIK (229/312.5 points). All databases showed high sensitivity. However, they had difficulties in clearly classifying an interaction as non-relevant, reflected in a low specificity. ABDA ranked first in accuracy because it dealt best with this problem. LI provided the most detailed monographs, reflected in a high Comprehensiveness Score. Results for comprehensiveness varied greatly, as the databases are designed for different needs. This also applied to Ease of Use Score, where AIK performed best.Conclusions LI proved to be the most recommendable database in our evaluation due to its superior comprehensiveness. All databases scored rather well on accuracy, but showed a tendency towards over-alerting.