Intersektionalität stellt sowohl eine theoretische Perspektive mit gesellschaftskritischen und politischen Ambitionen dar als auch eine empirische und analytische Herangehensweise, um Ungleichheitsverhältnisse sichtbar zu machen. Der Beitrag gibt Einblicke in ein DFG-gefördertes Forschungsprojekt, das sich für die Wahrnehmung des Übergangs in die Grundschule aus Perspektive der Mütter* und Väter* interessiert. Basis sind qualitative Interviews mit Elternteilen zu zwei Erhebungszeitpunkten, die mit Hilfe der Intersektionalen Mehrebenenanalyse ausgewertet werden. Ziel des Beitrags ist es aufzuzeigen, wie eine intersektionale, qualitative Bildungsforschung im Einzelnen aussehen kann und welchen Mehrwert sie hat, wenn es um die Sichtbarmachung sozialer Positionierungen in Ungleichheitsverhältnissen geht. Außerdem wird für die Ergänzung klassischer Kategorien sozialer Ungleichheiten um die Kategorie Generation argumentiert, um das Herrschaftsverhältnis Adultismus sichtbar zu machen.
The article gives an overview of current publications dealing with qualitative research on social inequality with a focus on vertical dimensions.General trends in the German speaking fields of inequality research are outlined and specific interests of quantitative and qualitative studies are described.With a focus on selected journal articles (2012 to 2017) we provide a review about main research topics and methodological developments.Thereby the overview demonstrates the potentials of qualitative research designs to discover topics like boundary making, precariousness or processes of intergenerational transmission.The conclusion (differentiating between three analytical perspectives on inequality) points out the different advantages of qualitative methods.
Der Beitrag fokussiert mit einem queer-theoretisch informierten Blick die Familienbildungsphase lesbischer* Paare, die Verantwortung für ein gemeinsames Wunschkind übernehmen. Nach einer Skizzierung der rechtlichen Rahmenbedingungen für lesbische* Paare mit Kindern werden anhand des empirischen Materials Entstehungswege und damit einhergehende Entscheidungsprozesse nachgezeichnet. Deutlich wird hierbei, dass lesbische* Paare trotz einiger Hürden und heteronormativer Gesellschaftsstrukturen ganz individuelle und den Bedürfnissen der Partner*innenschaft angepasste Wege finden, eine Familie zu gründen. Es wird aber auch aufgezeigt, welche Veränderungen noch notwendig sind, um gleichberechtigte und gesetzlich abgesicherte Elternschaft unabhängig von der Familienkonstellation zu ermöglichen.
Die durchgeführte Untersuchung ist eine kommunale Studie, die dazu beitragen soll, gleichgeschlechtlichen Paaren mit Kindern, also Regenbogenfamilien, in bzw. aus Dortmund ein Gesicht zu geben. Es soll ein Überblick darüber geschaffen werden, wie Regenbogenfamilien in Dortmund leben, was sie ausmacht, was sie sich wünschen und was sie eventuell brauchen. Mit Hilfe dieser Studie sollen sowohl Wissen als auch Verständnis für die Lebensform der gleichgeschlechtlichen Partnerschaft mit Kindern geschaffen werden. Hierzu wird im ersten Schritt das der Untersuchung zugrunde liegende Forschungsdesign vorgestellt. Im Anschluss werden die gewonnenen Daten der Interviews dargestellt und abschließend die Ergebnisse des empirischen Teils mit den vorangegangenen theoretischen Erkenntnissen abgeglichen.
ZusammenfassungIn der Forschung zum Thema wurden bereits verschiedenste Bereiche des Lebens gleichgeschlechtlicher Paare und ihrer Kinder untersucht. Die Schwerpunkte der hier vorgestellten Studie werden auf die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die Familienplanung und -entstehung, die daraus resultierenden Familienmodelle, das Leben im Alltag und die psychosozialen Bedingungen gelegt.