Die Ablehnung von Klimaschutz ist eine weitverbreitete Position im Rechtspopulismus. Diese Ablehnung wird häufig durch ein Narrativ von einem anständigen Volk und einer korrupten Elite begründet. Welche Zusammenhänge stehen hinter dieser Argumentation und einem nationalistischen Denken?
Wie stark ist die Gesellschaft gespalten? Die Triggerpunkte-Studie zur gesellschaftlichen Polarisierung untersucht Arenen und Konflikte von Ungleichheiten. Beim Klimaschutz herrscht mehr Konsens als erwartet. Dabei überbetont die Studie die Bedeutung von Konsens auf der Einstellungsebene und vernachlässigt die potenziell wichtige gesellschaftliche Funktion von Affekten und Konflikten für eine sozial-ökologische Transformation.
The contact restrictions imposed during the coronavirus pandemic influ-ence social relationships in families and at work. Drawing on Granovetter's network theory, the changes of strong and weak ties in different life spheres of middle-class families and their importance for coping with the crisis are analyzed. The article builds on intergenerational qualitative longitudinal data that was collected in a pro-ject on status maintenance of middle-class families that conducted narrative family interviews with three generations between August 2018 and August 2021. In gene-ral, strong ties to close family members and friends continued during the pandemic through modified interaction practices and even intensified. They provided recipro-cal and emotional social support, which was needed to cope with changing social conditions and uncertainties. Restrictions were experienced by the oldest generation or when intrafamilial dependencies were reactivated. Regarding weak ties, distinc-tions must be made between different spheres and ties. Ties to more distant relatives and friends became looser or were cut, while neighborhoods gained significance. Central work and business ties to colleagues and customers were transformed and thus maintained, while more casual work relationships like professional networks were reduced or cut. Inequality effects can be observed to the detriment of women and the youngest generation.
Klima- und Umweltschutz erscheinen als gesellschaftlicher Konsens. Welche Maßnahmen ergriffen werden sollen, ist umstritten und mit Fragen sozialer Ungleichheit verbunden. Der Beitrag zeigt mittels Umfragedaten, wie sich Armutsbetroffene zu ausgewählten Umweltfragen positionieren und welche unterschiedlichen Haltungen es zu individueller Einschränkungsbereitschaft und politischer Steuerung gibt.
Von der kommunalen bis zur internationalen Ebene haben Staaten Ziele zur Stabilisierung des Klimas sowie dem Schutz der natürlichen Umwelt beschlossen. Das Erreichen dieser Ziele setzt in der Regel Veränderungen in nahezu allen gesellschaftlichen Bereichen voraus. Unterhalb dem politischen Bekenntnis und der rechtlichen Verankerung dieser Ziele werden die diesbezüglichen Transformationsprozesse jedoch von vielfältigen gesellschaftlichen Konflikten begleitet. Der Beitrag rekonstruiert Befunde der sozialwissenschaftlichen Konfliktforschung und macht diese für das Themenfeld der sozial-ökologischen Transformationskonflikte fruchtbar. Darüber hinaus werden zentrale Arenen dieses rezenten Konfliktphänomens skizziert und tentativ unterschiedliche Spannungslinien und Konfliktmotive beleuchtet. Der Beitrag entwirft eine erste Systematisierung von Feldern und Motiven, die als Ausgangspunkt zur Exploration eines neuen Forschungsgegenstandes dienen kann.
Erwachsenenbildung kann in ihrer Zielgruppenorientierung von Erkenntnissen der berufsfeldspezifischen Statusreproduktionsforschung profitieren, um ungleiche Lernbedingungen sowie heterogene Lernrea...
Bislang wurde der Rechtspopulismus in der interdisziplinären Nachhaltigkeitsforschung kaum berücksichtigt. Ebenso behandelt die Forschung zu Rechtspopulismus kaum Umweltthemen. Die Forschungslücken sind also offensichtlich ‐ von einer engeren Zusammenarbeit könnten beide Forschungscommunities profitieren.
Hydrogen futures are in the making right in front of our eyes and will determine socio-ecological path dependencies for decades to come. However, expertise on the societal effects of the hydrogen transition is in its infancy. Future energy research needs to include the social sciences, humanities and interdisciplinary studies: energy cultures have to be examined as well as power relations and anticipation processes since the need for (green) hydrogen is likely to require a massive expansion of renewable energy plants.
Der Beitrag stellt die methodischen Herausforderungen beim Sampling von Familien in einem Forschungsprojekt zum Statuserhalt in der Mittelschicht vor, in dem Drei-Generationen-Interviews durchgefuhrt werden. Er erlautert, wie der Feldzugang in dem beschriebenen Projekt hergestellt wird, und erortert vor allem verschiedene Selektivitaten bei einer mehrstufigen Fallauswahl. Bei der Erforschung der Mittelschichtsfamilien werden auf der ersten Stufe Berufsgruppen innerhalb der Mittelschicht ausgewahlt, um daran anschliesend auf der zweiten Stufe innerhalb der Berufsgruppen Familien zu sampeln. Der Artikel reflektiert die Selektivitaten bei der Konstitution der Falle; so wird beispielsweise reflektiert, inwiefern dominante Familienbilder, normative Prasentationsfassaden und raumliche Mobilitat einige Selektivitaten erzeugen konnen. Zudem wird unter anderem erortert, inwiefern Genogramme genutzt werden konnen, um einige Selektivitaten in Familieninterviews sichtbar zu machen.
Der Beitrag gibt einen Überblick über die Debatte zunehmender Statusverunsiche-rungen in den (deutschen) Mittelschichten. Ein Fokus liegt auf der Präsentation ei-gener quantitativer und qualitativer Befunde und den damit verbundenen methodi-schen Herausforderungen (z.B. der Operationalisierung). Quantitative Befunde zei-gen, dass geäußerte ökonomische Sorgen rückläufig sind. Zugleich weisen qualitative Befunde darauf hin, dass 1) eine als unsicher empfundene Erwerbssituation nicht zwingend damit einhergeht, diese Unsicherheit prinzipiell als Bedrohung zu deuten. Andererseits können 2) Irritationen bestehen, ohne dass Sorgen explizit verbalisiert werden. Die Verschränkung von Lagemerkmalen und ggf. damit einhergehenden ty-pischen Mentalitäten bedarf daher einer differenzierten Betrachtung.
Der Beitrag gibt einen Überblick über neuere Veröffentlichungen, in denen vertikale Ungleichheiten mit qualitativen Methoden untersucht werden. Zu Beginn werden grundsätzliche Trends in der deutschsprachigen Ungleichheitsforschung beschrieben sowie jeweils spezifische Schwerpunktsetzungen in quantitativen und qualitativen Studien thematisiert. Eine Darstellung von ausgewählten Fachartikeln (2012 bis 2017) ermöglicht es, inhaltliche Fokussierungen der Beiträge und methodische Entwicklungen zu skizzieren. Dabei wird deutlich, welche Potenziale die Erforschung von Themen wie symbolischen Grenzziehungen, Prekarisierungs- oder auch intergenerationalen Transmissionsprozessen mit qualitativen Erhebungs- und Auswertungsmethoden haben. Die abschließende Betrachtung − mit einer Unterscheidung von drei analytischen Perspektiven auf Ungleichheit − verweist auf spezifische Stärken qualitativer Vorgehensweisen.
The article gives an overview of current publications dealing with qualitative research on social inequality with a focus on vertical dimensions.General trends in the German speaking fields of inequality research are outlined and specific interests of quantitative and qualitative studies are described.With a focus on selected journal articles (2012 to 2017) we provide a review about main research topics and methodological developments.Thereby the overview demonstrates the potentials of qualitative research designs to discover topics like boundary making, precariousness or processes of intergenerational transmission.The conclusion (differentiating between three analytical perspectives on inequality) points out the different advantages of qualitative methods.
Based on the climate scenario presented in this special issue of the Meteorologische Zeitschrift, the paper describes potential societal consequences of climatic changes modelled for Germany in the period 2031/50. Firstly, we deal with possibilities and limitations of modelling societal developments, and explain our preference to rely mainly on qualitative data and descriptions. The second part of the paper describes central societal trends in Germany that are likely to form the background for climatic changes over the next three decades. This is followed by an exemplary examination of possible impacts of climatic changes on technology and infrastructure, which can be expected to stress Germany's current patterns of transport and mobility. The last part of the paper outlines a socially differentiated analysis of climate change impacts, especially the increased probability of extreme heat waves. The analysis shows that, parallel to climate change, societal developments - some mutually reinforcing - will take place, which might increase Germany's vulnerability to weather-related hazards.