Der definitive Nachweis einer neuralgischen Schulteramyotrophie ist in den meisten Fällen nicht möglich, so dass die Diagnose in der Regel anhand des typischen Verlaufs und nach Ausschluss anderer Differenzialdiagnosen gestellt wird. Wir berichten von einer Patientin mit einem für die neuralgische Schulteramyotrophie typischen Verlauf, bei der jedoch eine Vertebralisdissektion diagnostiziert wurde, welche wahrscheinlich über eine Kompression der Zervikalwurzeln das bestehende Beschwerdebild hervorgerufen hatte. Die Vertebralisdissektion als Differenzialdiagnose einer neuralgischen Schulteramyotrophie wird diskutiert.
Die Glandula pinealis ist als Syntheseort des Melatonins bekannt und ein Zusammenhang zwischen Kopfschmerzerkrankungen und der zirkadianen Melatoninsekretion wird vermutet. Konsekutiv stellt sich die Frage, ob bei Patienten mit Pathologien im Bereich der Glandula pinealis, wie z.B. Pinealiszysten vermehrt primäre Kopfschmerzerkrankungen auftreten.
Das Möbius-Syndrom ist ein seltener Erkrankungskomplex, der durch die Aplasie der 6. und 7. Hirnnerven charakterisiert ist. Auch andere kranielle Nerven (III.-XII.) können mitbeteiligt sein, kombiniert mit orofazialen Fehlbildungen, aber auch muskuloskelettalen Anomalien und geistiger Retardierung (Strömland K et al., EJPN 2002; 6: 35 - 45). Im Folgenden werden die Befunde bei einem Patienten mit Möbius-Syndrom vorgestellt und anschließend das Krankheitsbild mit seinen bildgebenden Korrelationen diskutiert.
Insgesamt 6 Beiträge des Sommerworkshops „Schmerz und Bewusstsein“ der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Schmerztherapie e.V. (DIVS) am 27./28. Mai 2005 in Marienfeld werden exemplarisch vorgestellt. Ein Beitrag über die Schmerzdarstellung im Gehirn legt die Vorteile funktioneller Bildgebungsmethoden dar: Diese erlauben die Charakterisierung von Teilaspekten der zerebralen Schmerzverarbeitung und Mechanismen der Chronifizierung bei Schmerzsyndromen. Ein weiterer Überblick erläutert den Einfluss unterschiedlicher Analgetika, Sedativa und Anästhetika auf die unterschiedlichen Bewusstseinszustände. Das Krankheitserleben von Rückenschmerzenpatienten wird in einer Studie mit Hilfe des Erklärungsmodell-Interviews untersucht: Somatische Aspekte dominieren dabei; für 3/4 der Patienten spielen aber auch psychische Ursachenvorstellungen eine Rolle. Wie Schmerz in verschiedenen Religionsgemeinschaften interpretiert und akzeptiert wird, zeigt eine religionsgeschichtlich-theologische Übersicht. Ein weiterer Beitrag stellt die Wirksamkeit der Hypnose als ergänzende Maßnahme anästhesiologischer Verfahren in der operativen Medizin, bei chronischen Schmerzen und bei experimentellem Akutschmerz dar. Mit dem Schmerzerleben in verschiedenen Kulturen beschäftigt sich der letzte Beitrag: Eine einseitige ethnozentristische Sicht kann demnach zu Verständigungsschwierigkeit und Fehlurteilen bei der Behandlung ausländischer Patienten führen. Der Workshop beleuchtete insgesamt in konzentriertem Rahmen wichtige Gestaltungsfaktoren der Schmerzverarbeitung und gab stimulierende Ausblicke auf diesen Teil der Schmerzforschung und künftige Therapiemöglichkeiten.
Mit ambiguösen visuellen Stimuli lassen sich bistabile Perzepte induzieren, anhand deren sich der Integrationsmechanismus der dargebotenen Primärinformation zu Perzepten untersuchen lässt. Dabei kommt es zu einem regelmäßigen, unwillkürlichen Wechsel des wahrgenommenen Perzepts, welcher sich im Zeitraum von wenigen Sekunden wiederholt. Bisherige Untersuchungen haben sich dieses Paradigma zu Nutze gemacht, um den Prozess der Perzeptgeneration zu untersuchen. Dahingegen bleibt der Mechanismus der zeitlichen Integration der kontinuierlich dargebotenen Information unklar (Leopold & Logothetis 1999, Mauk & Buonomano 2004).